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GERMINAL – Reviews

Review Babyblaube prog-Reviews (14.12.13)

Aus Potsdam stammen Minerva und sind seit 2008 aktiv. Seither sind eine EP und jetzt – 2013 – eben das Komplett-Debüt „Germinal“ erschienen. „Germinal“ gibt es als Download, ganz im aktuellen Zeitgeist als LP („Vinyl“) und auch als (anscheinend limitierte) CD in einem minimalistischen, aber ansprechenden Papp-Digipak. Die digitale Version kann man auf der Bandcamp-Seite der Band auch komplett streamen, so muss man keinesfalls die Katze im Sack kaufen (wobei die Investition ohnehin moderat ausfällt).

Auf ihrer Website schreiben Minerva, dass sie mit dem Einstieg des Saxophonisten Benjamin Ihnow den Sound gefunden hätten, den sie schon immer anstrebten. Gut, aber nicht einfach zu schubladisieren, was an das Ohr des Hörers dringt. Psychedelischer Rock, bei dem schon mal ordentlich georgelt wird (hier ist allerdings ein Gastmusiker am Werk), der aber nicht retro klingt. Postrockig dahin mäandernde Passagen, die aber immer wieder in hardrockige Ausbrüche münden. Jazzige, canterbureske Anklänge mischen sich ein, gerade wenn sich der schon genannte Saxophonist in den Vordergrund spielt. Ansonsten dominiert die Gitarre mit feinen Soli, fetten Riffs, percussivem Picking, WahWah-Einlagen und so weiter Minervas Klangwelt ganz ordentlich. Dazu umgarnen immer wieder hochmelodische Basslinien das Geschehen und im Untergrund wuselt dynamisch-vertracktes Schlagwerk vor sich hin. Und obwohl hier durchaus öfters gesungen wird, und das wahrlich nicht schlecht, hat das Album irgendwie einen instrumentalen Charakter. Liegt vielleicht daran, dass die ausladenden instrumentalen Passagen sich wirklich in die Ohren einbrennen und den Hörer zwar nicht erdrücken, aber ihn umhüllen und auf eine Reise mitnehmen.

Die Potsdamer agieren erfreulich eigensinnig und unkonventionell. Die längeren Stücke geizen nicht mit kleinen Gimmicks, originellen Wendungen und komplexen musikalischen Geflechten, so dass die Spannung hochgehalten wird. Durch Chorpassagen – gerade am Anfang des Openers -, die an militärische Motivationsgesänge erinnern, oder eingeflochtene Sprech-Passagen, in denen Gedichte bzw. poetische Texte rezitiert werden, wagt das Quartett auch Experimentelles. „Der gläserne Käfig“, ein Stück, welches ohnehin komplett aus dem Rahmen fällt, ist nahezu komplett um die Lyrik herum aufgebaut. Durchaus mutig, aber auch recht gelungen.

Vergleiche sind hier schwierig, Minerva ziehen schon ein recht eigenes Ding durch. Mir kommen am ehesten The Void’s last Stand in den Sinn, die ähnlich konsequent an Schubladen und Erwartungen vorbeimusizieren. „Germinal“ ist ein sympathisch verschrobenes, rundum gelungenes Debütalbum einer interessanten Band. Ich hoffe, dass ist der Auftakt zu weiteren guten Alben.

(von Thomas Kohlruß,http://www.babyblaue-seiten.de/album_13898.html)

Review Musikreviews.de (25.10.13)

Minerva_LP_Cover_3mm (1)Im Intro zu „A Child Was Born In Spring“ wird ein Erbauungsgesang wie von US-Marinesoldaten zu rhythmischem Klappern angestimmt, den MINERVA des weiteren wieder aufgreifen, alldieweil Jans jazzig zartes Gitarrenspiel die dynamisch mäandernde Komposition über neun Minuten hinweg prägt. Das folgende „Before I Lost My Fight And Sight“ ist sogar etwas länger und auch kraftvoller, wobei der bissige Gesang aufgrund der Produktion zwar nicht hervorsticht, aber dennoch für einen weniger improvisatorischen als konkreten Eindruck sorgt. Hier kommt auch erstmals Saxofonist Benny zum Tragen, der dem Track eine leichte Canterbury-Note verleiht, obzwar die Gruppe eindeutig im psychedelischen Rock verortbar ist, weniger im Folk, den das knapp gefasste Instrumental „Der gläserne Käfig“ mit Akustikgitarre und Flöte hervorkehrt.

Mit „All I’ve Done“ reichen MINERVA den Anspieltipp der Platte für alle momentan Retro-Hörigen ein: epische Länge von über zwölf Minuten, griffige Grundstruktur mit erzählerischem Text sowie perlende Leadgitarren und kraftvolle Riffs gleichermaßen. Mittig platzieren die Musiker ihren Drummer mit einer Spoken-word-Performance auf Deutsch zu Unisono Bass und Gitarre – ein feistes Ausrufezeichen in puncto Originalität mit einem gewaltigen Ende, dessen Energie die Combo ins treibende „Hastily“ hinüberrettet, das wohl Seventies-lastigste Stück auf „Germinal“, mit dem auch der WITCHCRAFT- bis GRAVEYARD-Konsens zufriedengestellt sei.

MINERVA sind aber viel mehr als das, wie bisher ersichtlich geworden sein dürfte, und der selbstredende Abschluss „Schicht im Schacht“ gemahnt noch einmal in kompakter Form daran: Gesang und klare Motivik kennzeichnen auch dieses klassisch Haken schlagende Heavy-Rock-Stück, das Saxofon sorgt für einen beträchtlichen Mehrwert, und das Herz, mit dem die Musiker bei der Sache sind, hört man zu jeder Sekunde klopfen. Der Renzensent hätte sich eine moderne Produktion gewünscht, aber das ist ja schon fast Sünde in diesem Bereich.

FAZIT: MINERVA platzieren sich im vorderen Drittel ihrer Zunft – „Germinal“ ist ein buntes wie stringentes Album zwischen Psychedelic, geradaus geradeaus gerichtetem Rock und einigen krautigen Schrullen geworden, das keine Vergleiche scheuen muss, wobei sich dieBand eine erfreulich unkalkulierte Herangehensweise bewahrt hat, ohne auf griffige Songs zu verzichten. Newcomer-Tipp spätestens Jetzt!

Andreas Schiffmann

http://www.musikreviews.de/reviews/2013/Minerva/Germinal/

Hooked on Music (18.12.13)

Berlin hat wahrlich eine reichhaltige musikalische Szene, die für nahezu jeden Geschmack etwas bereithält. Vom Electro Pop bis hin zum Punk, von den BEATSTEAKS über DxBxSx bis hin zu ROTOR findet man vieles Lebendiges, Originelles und Innovatives. Aber wenn es um Psychedelic Rock und progressive Klänge geht, nimmt man lieber noch ein paar Kilometer auf sich und begibt sich nach Potsdam. Dort gibt es nicht nur LIQUID SILK und STONEHENGE auch MINERVA, die seit 2008 aktiv sind und nun mit “Germinal“ ein Album vorgelegt haben, das es wahrhaft in sich hat.

Eine sehr eigene, spielfreudige Mischung aus Psychedelic Rock, Post Rock, Hard Rock, aber auch mit jazzigen Einsprengseln, wie überhaupt Saxophon und Flöte für angenehme Farbtupfer sorgen. Ansonsten übernimmt oftmals die Gitarre die Führung und schlängelt sich durch ein komplexes rhythmisches Dickicht, bricht immer zu furiosen Solotrips aus, um dann wieder in den Kontext zurückzukehren. Auch gesanglich lassen sich Minerva einiges einfallen, mit Chorgesängen, Spoken Word-Passagen zeigt man Mut zum Experiment und man versteht sich auch auf lyrischen Prog (Der gläserne Käfig). Das Hauptaugenmerk liegt aber auf atemberaubenden, sich wie ein Kaleidoskop ständig leicht verändernden und verschiebenden Instrumentalparts, die voller Ideen stecken und auch immer wieder mit kleinen Haken und Widerborsten versehen sind.

Auch sehr präsent ist der Orgelsound, hier von Gastmusiker Johannes Walenta (wie Bassist Enrico Semler auch bei den oben angeführten STONEHENGE aktiv) perfekt eingebunden, so dass eine gewisse Retroatmosphäre entsteht, ohne diese jedoch zu sehr zu strapazieren. Dazu ist die Band viel zu vielseitig und schubladenfern. Auf “Germinal“ gibt es unendlich viele schöne Kleinigkeiten zu entdecken, MINERVA bewegt sich erfreulich abseits eingetretener Pfade, ohne schräg oder verquer zu wirken und besticht durch eine Vielzahl an Ideen und eine hohe Eigenständigkeit. Für mich ein absoluter Anwärter für den Jahrespoll im Grenzbereich zwischen Psychedelic und Progressive Rock.

(Ralf Stierlen http://www.hooked-on-music.de/CD-Reviews3/Minerva/Germinal.html?band_id=7959)

Hirnfick 2.0
Minerva ist die römische Göttin des Handwerks und der Weisheit, also eine Göttin der Gegensätze. Minerva ist außerdem eine Psychedelic-Rock-Band aus Potsdam, die mit „Germinal” ein hörenswertes Debütalbum vorgelegt hat, das so gegensätzlich ist wie die Göttin selbst: Melodisch untermalte Gedichte („Der gläserne Käfig”) einerseits, treibender Rock wie von The Mars Volta („Before I Lost My Fight And Sight”) andererseits; hier Gitarren, da Saxophon und Bass; Stoner Rock („Hastily”) und Alternative Rock („All I’ve Done”) wechseln sich wie selbstverständlich ab. Texte wie von Ira! (Herzen gefüllt mit Monotonie / Wo sind wir geblieben, wo?), Musik wie seit Langem nicht mehr gehört.

http://tuxproject.de/blog/2013/12/musik-122013-favoriten-und-analyse/

Progressiv, psychedelisch, eigenständig und aus Potsdam – positivie Überraschung in Sachen Prog.                  http://www.musikzirkus.eu/forum/topic.php?p=359790

Stories of a Journeyman – Reviews

Anscheinend mag man besonders in der ostdeutschen Rockszene den Blick in den Rückspiegel: Bands wie die Templiner DUNST oder CONIUM, die wie die hier zur Diskussion stehenden MINERVA aus Potsdam stammen, haben sich mehr oder weniger stark dem Rock der Siebziger verschrieben und kommen dabei anders als ihre gerade überall unter Vertrag genommenen Kollegen aus Skandinavien medial zu kurz. „Stories Of A Journeyman“ zeigt eine beseelte Band aufstrebender Musiker in ihrem Anfangsstadium.

Die im April 2010 veröffentlichte EP geht als Demo durch und wartet mit einem leicht unterbelichteten, aber für dieses Genre passenden Sound auf. MINERVA lassen es psychedelischer angehen als viele straighte und allzu schnell schale Kollegen. Um in der Gegend zu bleiben, darf man das letzte Album der Leipziger DARK SUNS anführen, wenngleich diese Nachbarn logischerweise noch weniger professionell agieren und stilistisch nicht allzu bunt auftrumpfen.

Dennoch sind die fünf Stücke sehr kurzweilig ausgefallen. „Moonrise“ begeistert sofort wegen seines dynamischen Aufbaus (toll vorbereitete Auflösung am Ende) und nimmt für die handwerklichen Fähigkeiten der Band ein. Hier schrubben keine Zugaufspringer Riffs, sondern Kenner der Materie mit der weichen Klangbürste übers zottelige Fell Gleichgesinnter: Etwaige Hits fallen flach, und der gesamte Vortrag erfolgt ohne Aufregung, wofür das sachte Liebesbekenntnis „Kiss Me“ beispielhaft steht.

Täuschen sollte man sich andererseits dennoch nicht: Das Ende dieses Stücks fällt ungemein virtuos und quirlig aus, und auch das anschließende „Jimi’s Flight“ hat eine Menge Schmiss, nicht zuletzt dank des einstweiligen Satzgesangs und der feisten Riffs, die im Rahmen einer „richtigen“ Produktion Ohren schlackern ließen. Eingängiger werden MINERVA auch mit dem längsten Track „Journeyman“ (narrativer Charakter, eine kleine Klangreise) nicht mehr; das letzte Stück besteht nur aus Dröhnen und Gezwitscher.

Eine Live-Session der Band gibt es gratis im Netz, die EP sowieso für einen nicht falsch investierten Mini-Betrag.

FAZIT: Man darf davon ausgehen, dass MINERVA demnächst mit einem vollständigen Album in der Retro-Szene von sich reden machen. Diesem Schreiber und Hörer gefallen sie beispielsweise subjektiv besser als die krampfhaft auf Steinzeitmensch machenden KADAVAR, die im Vergleich obendrein eindimensional unterwegs sind.

Andreas Schiffmann

an italian review
Dalla Germania dritti al mio lettore, il quartetto dei Minerva, incrociato girando per i Bandcamp, ha prodotto un solo ep intitolato „Stories Of A Journey Man“, uno splendido esempio di come il rock nelle sue molteplici sfaccettature possa non solo convivere ma offrire degli ottimi risultati.
Enny (basso e voce), Jan (chitarra e voce), Martin (batteria) e Benny (sassofono) sono un incrocio „bastardo“, fantastico delle atmosfere seventies espresse nelle sue forme più disparate, si va da Jimi Hendrix ai Led Zeppelin, dai Jefferson Airplane ai Cream, dai Creedence Clearwater Revival ai Doors, con lievi ma percettibili richiami a Hawkwind e King Crimson, mentre per addentrarci in epoche più moderne nomi quali Samsara Blues Experiment, Kadavar e un feeling strano con il signor Zakk Wylde dei Pride & Glory potrebbero stimolarvi a partecipare a un banchetto che è composto sì di sole cinque portate, ma potrebbe sfamare chissà quante orecchie.
Se la base è un solido rock-blues che sembra provenire proprio dal profondo sud degli U.S.A., la bravura dei Minerva sta nel ricamarci sopra un tessuto sia sonoro che atmosferico di una qualità ben al di sopra alla media, alle volte pare d’aver a che fare con una prova bucolica e selvatica come se si fosse immersi nella natura che si lascia andare a un richiamo che accompagna dolcemente le note, si veda ciò che avviene nell’opener „Moonrise“ e nella conclusiva noisy e tribale „Artful Reborn“.
Vi sono altri frangenti nei quali si ricrea un ambiente suggestivo e melancolico similare a quello di una foto in bianco e nero, la forza e il contrasto di quei due colori in più di una circostanza si rivelano maggiormente significativi rispetto alla collisione di mille variazioni cromatiche. Pezzi quali la giocosa „Kiss Me“, la sognatrice „Jimi’s Flight“ e la vibrante „Journeyman“ sembrano proprio cartoline inviate da annate trascorse all’insegna dell’esplosività emotiva che ha segnato indelebilmente la storia del rock.
Le note sono e saranno sempre sette, la differenza la faranno sempre il come e il perché della loro successione, i Minerva hanno capito qual è la loro strada. Non dico che „Stories Of A Journeyman“ sia perfetto, è però un ottimo segnale da inviare alle label che sono in questo periodo più che mai alla ricerca di talenti da inserire nei propri roster quando si parla di questo tipo di proposte, fossi in loro una band simile non me la farei scappare da sotto il naso.
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